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Leo
Als kleines Mädchen habe ich, wie wohl alle kleinen
Mädchen, davon geträumt zu reiten.
Als Kind wurde
mir aus vielerlei Gründen der Wunsch
nicht erfüllt und
so kam ich mit 29 Jahren noch auf die
Idee, reiten
zu lernen. Im Nachbardorf gab es
einen Reiterhof und
dort lernte ich das Reiten so richtig
von der Longe an.
Beim reiten kann ich unheimlich
abschalten, da ich
mich ja voll und ganz aufs Pferd
konzentrieren muss.
Der Wunsch nach einem eigenen Pferd
oder zumindest
einer Reitbeteiligung wurde natürlich
immer größer und
so kam es, dass ich mir eines Tages
"Leo" anschaffte.
Auf dem Reiterhof hatte ich jemand
kennen gelernt, die
eine kleine Hobbypferdezucht hatten.
Durch Zufall kamen
wir ins Gespräch über
Reitbeteiligungen und spontan wurde
mir angeboten, Leo doch, sogar
kostenfrei, zu reiten. Zu dem
Zeitpunkt war er 3 Jahre alt und
gerade eingeritten. Als Hannoveraner
hatte er eine stolze Größe von 1,75
m. Mein Reitlehrer bestätigte
mir, dass ich ihn ohne Sorge reiten
könnte, da er einen unheimlich
gutmütigen, wenn auch sturen,
Charakter hatte. Ich kam auch bestens
mit ihm klar und wir gewöhnten uns
immer mehr aneinander.
Dann kam die Schreckensnachricht...
Leo sollte verkauft werden. Ich
hätte ihn ja gern genommen, aber
woher das Geld nehmen...
So wurde ein Foto von ihm und mir in
den "Pferdeanzeiger" gestellt.
Prompt meldeten sich auch
Interessenten und kurze Zeit später war
ich Leo los. Ich war natürlich sehr
traurig darüber, wusste aber nicht,
wie ich es hätte verhindern können.
Aber manchmal geschehen doch noch
Wunder...er kam zurück...
schon nach 1 Woche war mein Leo
wieder da. Die neuen Besitzer
kamen nicht mit ihm klar, denn er
hatte die Angewohnheit beim
aufsteigen rumzuzappeln, so dass
jemand ihn festhalten musste.
Aber wehe dem, er hatte den Eindruck,
zu fest gehalten zu werden,
dann ließ er sich hinten einfach
runterplumpsen. Ganz schön fies
sowas und eine dumme Angewohnheit,
klar. Jedenfalls hatten die Leute
keine Geduld mit ihm und wollten ihn
schnell abgeben. Tja, und da dachte
ich mir, vielleicht soll er doch bei
mir bleiben. Also verhandelte ich über den Preis
und wir wurden uns schnell einig. Ich
konnte ihn dann in Raten abbezahlen und
sogar bei meinen Bekannten
unterstellen, gegen Mithilfe im Stall.
So war Leo also wieder mit seinen
alten Kumpels zusammen
und gehörte nun mir.
Ja, leider musste ich Leo abgeben,
als ich mich von meinem
damaligen Mann trennte, da ich die
finanziellen Mittel nicht mehr
hatte, um ihn zu unterhalten und auch
die Zeit fehlte mir, mich
wirklich intensiv um ihn zu kümmern,
da ich durch die Trennung
viel Ärger und Lauferei hatte.
Leo wurde an meine damalige Freundin
verkauft, mit dem
Versprechen, falls er nicht bei ihr
bleiben könnte, als erstes mich
zu benachrichtigen. Sie hat sich
nicht an dieses Versprechen
gehalten und durch Umwege habe ich
dann erfahren, dass Leo
weiterverkauft worden war. Das habe
ich ihr nie verziehen...!
Ich hoffe sehr, Leo geht es heute gut
und vielleicht finde ich ihn
irgendwann wieder...
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